34. Osmanischer Sultan
Abdülhamid II.
- Regierungszeit
- 1876 – 1909
- Geboren
- 1842
- Gestorben
- 1918
Die lange Zeit zwischen der Ersten und Zweiten Konstitutionellen Ära. Die gründliche Restaurierung, die dem Ertuğrul-Gazi-Grabmal in Söğüt sein heutiges Aussehen gab, fiel in seine Regierungszeit.
Sultan Abdülhamid II. wurde am 21. September 1842 in Istanbul geboren. Sein Vater war Sultan Abdülmecid, seine Mutter Tir-i Müjgan Kadın Efendi. Da er seine Mutter in sehr jungen Jahren verlor, wuchs Abdülhamid II. mutterlos auf und wurde von seiner Stiefmutter Piristu Kadın erzogen. In der Kindheit von sehr schwacher Konstitution, war er häufig krank. Deshalb erhielt er während der Herrschaft seines Vaters besondere Aufmerksamkeit und wuchs in einer sehr nachsichtigen Umgebung auf. Neben dem allgemeinen Unterricht nahm er Musikstunden und lernte Klavier spielen.
Während er unverheiratet war, führte Abdülhamid II. ein sehr freies Leben; nach seiner Heirat begann er, seine ganze freie Zeit mit Familie und Kindern zu verbringen. Er ist ein Sultan, dem es durch die von ihm verfolgte Politik gelang, den vor dem Zusammenbruch stehenden osmanischen Staat dreiunddreißig Jahre lang aufrechtzuerhalten.
Als wohltätiger und freigebiger Mensch lebte Abdülhamid II. wie ein gewöhnlicher Bürger. Als man ihm während des Griechenlandfeldzugs sagte, es sei nicht genug Geld in der Schatzkammer, bestritt er die Kosten aus seinem ererbten Privatvermögen und ließ es sich vom Staat nicht zurückerstatten.
Seine freien Stunden verbrachte er in der Tischlerwerkstatt, fertigte schöne Stücke an, ließ sie verkaufen und das Geld an die Armen verteilen. Dass Abdülhamid II., ein überaus mitfühlender Mensch, denen vergab, die ihn töten wollten, ist ein in der politischen Geschichte der Welt selten anzutreffendes Ereignis. Er maß der Kultur Bedeutung bei und ließ viele Gebäude errichten, die der Bildung dienten.
Abdülhamid II. gründete die Akademie der Schönen Künste sowie Handels- und Landwirtschaftsschulen und ließ überdies Grund- und Mittelschulen, Schulen für Gehörlose und Blinde sowie Berufsschulen für Mädchen bauen. In den Provinzen richtete er Gymnasien, in den Kreisen Mittelschulen ein und dehnte die Grundschulen bis in die Dörfer aus.
Das Şişli-Etfal-Krankenhaus und das Darülaceze in Istanbul ließ er aus eigenem Geld errichten. Das als Hamidiye bekannte Trinkwasser leitete er in Rohren nach Istanbul. Abdülhamid II. dehnte die Straßen bis ins Innere Anatoliens aus, ließ Eisenbahnen bis nach Bagdad und Medina legen und in den größeren Städten Pferdebahnlinien bauen.
Quelle: Osmanlı Tarihi Interaktif CD-ROM (Türk Tarih Kurumu Yayınları XXXI. Dizi-Sa.2)