23. Osmanischer Sultan
Ahmed III.
- Regierungszeit
- 1703 – 1730
- Geboren
- 1673
- Gestorben
- 1736
Die als Tulpenzeit bekannte Epoche. In diesen Jahren entstand die erste türkische Druckerei. Im Patrona-Halil-Aufstand abgesetzt.
Sultan Ahmed III. wurde am 30. Dezember 1673 geboren. Sein Vater war Sultan Mehmed IV., seine Mutter Emetullah Rabia Gülnuş Sultan kretischer Herkunft. Als leiblicher Bruder Sultan Mustafas II. war Ahmed III. hochgewachsen und dunkeläugig, mit einer Habichtsnase und weizenfarbenem Teint. Er war überaus klug, feinfühlig und von vornehmem Wesen. Gut ausgebildet und erzogen, hatte Ahmed III. Unterricht bei berühmten Lehrern genommen.
Nach dem Tod seines älteren Bruders Mustafa II. bestieg er am 22. August 1703 in Edirne mit dreißig Jahren den Thron. Ahmed III., der während der für die osmanische Geschichte bedeutsamen Tulpenzeit regierte, war Kalligraph und Dichter. Er schrieb Verse unter dem Beinamen „Necib" und interessierte sich überdies eng für die Musik. Unter den Diwandichtern schätzte er besonders Nabi Efendi aus Urfa, den Mann wie seine Gedichte.
Seine Jugend verlief erheblich freier als die anderer osmanischer Prinzen. Da der Brauch, Prinzen zu töten, abgeschafft war, führte er ein bequemes Leben. Weil er sich mit allem befasste, was ihn interessierte, wuchsen sein Wissen und seine Weltkenntnis. Er hatte Gelegenheit, die Entwicklungen in Europa zu studieren, und bemühte sich sehr darum, die Druckerpresse in den osmanischen Staat zu bringen. Nach siebenundzwanzig Jahren auf dem Thron zog sich Ahmed III. am 1. Oktober 1730 infolge des Patrona-Halil-Aufstands von der Herrschaft zurück.
Die ersten Tage seiner Herrschaft vergingen mit dem Bemühen, die völlig zuchtlos gewordenen Janitscharen zu beruhigen; doch gegenüber eben den Janitscharen, die ihn zum Sultan gemacht hatten, konnte er sich nicht durchsetzen. Çorlulu Ali Pascha, den Ahmed III. zum Großwesir erhob, versuchte ihm in Verwaltungsfragen zu helfen, traf neue Regelungen für die Schatzkammer und unterstützte ihn im Kampf mit seinen Rivalen.
Zur Zeit Ahmeds III. wurden die Beziehungen zu Russland gespannt. Der Grund lag in Russlands Ausdehnungspolitik nach Zentralasien, seinen Bemühungen, die Völker des Balkans zu slawisieren, und seinem Wunsch, die offenen und warmen Meere zu erreichen.
- Söhne: Abdülhamid I., Mustafa III., Süleyman, Bayezid, Mehmed, İbrahim, Numan, Selim, Ali, İsa, Murad, Seyfeddin, Abdülmecid, Abdülmelik
- Töchter: Emine, Rabia, Habibe, Zeyneb, Zübeyde, Esma, Hatice, Rukiye, Saliha, Atike, Reyhan, Esime, Ferdane, Nazife, Naile, Ayşe, Fatma, Emetullah, Ümmüselma, Sabiha
Quelle: Osmanlı Tarihi Interaktif CD-ROM (Türk Tarih Kurumu Yayınları XXXI. Dizi-Sa.2)